Bis ins späte Teenageralter musste ich mich nie mit dem Thema Ernährung auseinandersetzen. Ich habe immer schon viel Sport getrieben, hatte eine schlanke, sportliche Figur, war energiegeladen und leistungsfähig. Plötzlich nahm ich jedoch in kürzester Zeit 20kg zu, fühlte mich schlapp und konnte meine sportliche Leistung nicht mehr abrufen. Diagnose: Schilddrüsenunterfunktion. Mit Medikamenten bekam ich diese ziemlich schnell in den Griff. Nun aber musste ich mich zum ersten Mal mit dem Thema Ernährung auseinandersetzen, denn die 20kg mussten ja auch wieder runter. So gelang es mir zu alter Form zurück zu finden und problemlos meinen Sport auszuüben.

Einige Jahre später litt ich erneut unter den o.g. Symptomen. Verdauungsprobleme, Gewichtsschwankungen und Leistungseinbrüche zogen sich über Monate hin. Diagnose: Hashimoto-Thyrioiditis. Eine Autoimmunerkrankung, bei der das eigene Immunsystem die Schilddrüse angreift. Erfahrungsgemäß kennen sich Ärzte leider nicht so gut mit dem Thema Ernährung aus, obwohl dies ein wichtiger Bestandteil in der Behandlung von Autoimmunerkrankungen ist. Wieder setzte ich mich vermehrt mit dem Thema Ernährung auseinander. Mit einer kompletten Umstellung meiner gesamten Ernährung gelang es mir, dass ich bis heute symptomfrei leben kann.

Kurz vor Ende meines Jurastudiums wurde im Rahmen einer Routineuntersuchung ein Karzinom in meinem linken Schilddrüsenlappen entdeckt. Nachdem der betroffene Schilddrüsenlappen operativ entfernt wurde, schloss ich trotz der Diagnose mein Studium erfolgreich ab und begann kurz darauf mit dem Referendariat. Drei Jahre später wurde im Rahmen der Nachsorge ein Rezidiv festgestellt. Wieder eine Schilddrüsenerkrankung, wieder eine Krebsdiagnose, die mir den Boden unter den Füßen wegzog. Dieses Mal hatte der Krebs in Lymphknoten und Lunge gestreut.

Zu diesem Zeitpunkt beschloss ich, dass ich mich nur noch Themen widmen möchte, die mich glücklich machen – wieso die kostbare Zeit mit Dingen verschwenden, die mich unglücklich machen? Deshalb begann ich, mein Leben völlig umzukrempeln. Den ersten und größten Cut nahm ich beruflich vor. Die Juristerei belastete mich schon länger sehr. Mein Fokus sollte nun nur noch auf jenen Dingen liegen, die mir wichtig sind – Gesundheit, Ernährung, Sport. Ich kündigte also meinen juristischen Vorbereitungsdienst und begann ein Fernstudium zur Ernährungsberaterin.

Bereits während meiner ersten Schilddrüsenerkrankung merkte ich, wie wichtig richtige Ernährung ist. Zu meiner Hashimoto-Diagnose erkannte ich, dass Ernährung das Fundament für das gesamte körperliche Wohlbefinden darstellt, weshalb mein Interesse an der Thematik und dem Streben nach mehr Wissen in dem Bereich stetig wuchsen. Auch in sportlicher Hinsicht stellte ich fest, dass mit der richtigen Ernährung meine Leistungsfähigkeit stieg. Meine Krebsbehandlungen forderten mir eine Menge Energie ab, die ich ohne die richtige Ernährung und der jahrelang aufgebauten Fitness nicht so gut überstanden hätte, wie ich es letztendlich tat. Auch wenn ich sportlich gesehen nach jeder Behandlung gefühlt bei Null anfangen musste, regenerierte ich sehr schnell und konnte an alte Leistungen anknüpfen.

So wurde mir dann klar, dass ich mich nicht mehr nur noch privat dem Bereich Ernährung widmen möchte, sondern meine Leidenschaft zum Beruf machen will.

Mein Wunsch ist es nun, mit möglichst vielen Menschen mein Wissen und meine Erfahrung zu teilen. Ich möchte meinen Kunden ein solides Wissen verschaffen und mit Ernährungsmythen im Informations-Dschungel Internet aufräumen. Ich möchte meinen Kunden dabei helfen, gesund und leistungsfähig sowohl im Sport als auch im Alltag zu sein und ihnen beibringen, wie sie ihre Ernährung und Gesundheit selbst in die Hand nehmen können.