Als jemand der sein Leben lang Sport getrieben hat war mir meine Ernährung immer sehr wichtig. Über die Schulzeit habe ich leidenschaftlich geklettert und Parcours gemacht, beides Sportarten bei denen weniger Gewicht als erstrebenswert angesehen wird. Schon früh begann ich mich deshalb durch einen Sumpf an Ernährungsdogmen zu arbeiten, von „low carb“ über „clean eating“ bis zu intermittierendem Fasten war alles dabei. Meine Leidenschaft fürs Training blieb davon unberührt, meine Beziehung zu Essen leider nicht – ich aß nie intuitiv, sondern immer was ich gerade für „richtig“ hielt. 

Nach dem Abitur schloss ich eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio ab und fing bald an dort Gruppenfitnesskurse zu geben. Diese Umgebung war meinen Ansprüchen an Leistung und Aussehen wenig zuträglich; zu normal war dort das Streben nach Sixpack, „Thigh-gap“, einem „toned look“, weniger Gewicht auf der Waage, mehr Gewicht auf der Hantel und am besten allem gleichzeitig. 

Ich arbeitete fünf Jahre als Gruppenfitness- und Flächentrainerin. Zum Ende meiner Zeit dort war ich körperlich fit, hatte gelernt zu coachen und zu motivieren, wusste viel über Anatomie, Physiologie und Ernährung – und hatte mich zeitgleich in eine handfeste Essstörung manövriert. Ich aß zwanghaft diszipliniert und hatte in unregelmäßigen Abständen „Binges“ – Stunden oder ganze Tage in denen ich all das aß was ich mir sonst vorenthielt, bis mir der Bauch weh tat und mir schlecht war. 

Mit CrossFit mein Training mehr auf Leistung als mein Aussehen auszurichten war ein erster Schritt zu einem besseren Essverhalten – wenigstens war „weniger“ auf Teller oder Waage jetzt nicht immer „besser“. Trotzdem dauerte es noch lange bis ich die über Jahre antrainierten Gewohnheit des Perfektionismus mit regelmäßigen Binge-Attacken ablegen konnte und es brauchte viel Selbstreflektion, Informationen und Hilfe von außen. Heute bin ich fit, gesund und mein Essverhalten normalisiert sich weiter, Schritt für Schritt.

Mit LevelUp verfolge ich zwei Ziele. Ich möchte Menschen helfen eine Ernährungsweise zu finden und Gewohnheiten aufzubauen, die mit ihren Werten und Zielen im Einklang stehen – sei es um gesünder zu leben, sportliche Leistung zu optimieren oder ästhetische Ziele zu erreichen. 

Zum anderen möchte ich vermeiden, dass andere in die gleiche Falle tappen wie mein jüngeres Ich: den Fehler zu machen Perfektionismus mit „gesundem Essverhalten“ zu verwechseln und krankhaftes Verhalten über Jahre zu normalisieren und einzuschleifen.

Ich habe viel gelernt über die Jahre in Sport, Fitness- und Gesundheitstraining, im Coachen und im Studium, sowohl von anderen als auch aus eigenen Erfahrungen, und freue mich darauf, dieses Wissen weitergeben zu dürfen.